Im Leitartikel (LW) vom 26. März „Fahrrad-Wahn“ werden die verschiedenen Initiativen der Stadt Luxemburg angesprochen, die die sanfte Mobilität unterstützen, so wie unter anderem der Fahrradständer „Bikeport“, der vor kurzem bei dem Place Guillaume II aufgestellt wurde. Der Schöffenrat begrüßt, dass dieses Thema angesprochen wird und sich so die Möglichkeit einer Diskussion bietet.
Die Mobilitätsstrategie der Stadt Luxemburg integriert alle Verkehrsmittel, so also auch den Individualverkehr in einer globalen Vision, wo jedem Nutzer des öffentlichen Raums ein Platz in der gesamten Organisation und Raumaufteilung zusteht. In den letzten Jahren wurde prioritär die sanfte Mobilität in den Vordergrund gestellt, da diese noch ein enormes Entwicklungspotential hat. Sie bietet komfortable und flexible Fortbewegungsmittel an, die den öffentlichen Raum einladender gestalten. Das Fahrrad ist und bleibt die ideale Lösung für körperlich aktive Menschen um kurze Distanzen innerhalb der Stadt zurückzulegen.
Um landesweit die Beteiligung des Fahrradverkehrs sowie der sanften Mobilität insgesamt zu fördern und einen Modal Split von 75/25 zu erreichen, muss die Stadt Luxemburg auf einen Modal Split von 60/40 hinarbeiten, da sich 50% der Arbeitsplätze auf ihrem Gebiet konzentrieren und somit den Großteil der Bewegungen ausmacht. Die Erweiterung und Anpassung des Busnetzes, der Ausbau der zentralen Fahrradwege und der dazugehörigen Infrastrukturen sind notwendige Maßnahmen, um diesen Modal Split zu erreichen.
Ziel der Entwicklung der sanften Mobilität ist es demnach nicht, den Raum, der für Autos vorgesehen ist, letzteren zu entwenden, sondern diesen urbanen Raum besser unter den verschiedenen Nutzern aufzuteilen. Infolge dessen hat sich einerseits der Anteil von Fahrradfahrern innerhalb von 3 Jahren vervierfacht und andererseits haben sich die Benutzerzahlen des Busnetzes in den letzten 4 Jahren von 25 auf 33 Millionen gesteigert. Jeder Radfahrer oder Nutzer des öffentlichen Transports beansprucht einen Parkplatz weniger und steht nicht im Verkehr. Auch wenn also in einer ersten Phase Raum für diese Strukturen in Anspruch genommen wird, so werden in einer zweiten Phase mehr Parkplätze zur Verfügung stehen, da mehr Leute auf den öffentlichen Transport oder Fahrradstrukturen zurückgreifen. Dadurch wird den Autofahrern, für die dieses Fortbewegungsmittel eine Notwendigkeit darstellt, mehr Raum geboten. Ziel ist es, es denjenigen, die mit dem Auto in die Stadt kommen und längere Zeit geparkt sind, ohne dass sie auf das Fahrzeug angewiesen sind, Mobilitätsalternativen anzubieten, die interessant und flexibel sind und ihren Bedürfnissen entsprechen.
Was die Parkhäuser des Stadt Luxemburg angeht, so ist es korrekt dass die Strukturen, die im inneren Zentrum liegen, schneller belegt sind. In diesem Sinne wird zum Beispiel das Parkhaus Knuedler demnächst vergrößert, um diesem Phänomen entgegenzuwirken sowie den Parkraum, der im öffentlichen Raum im Stadtkern verschwindet, zu ersetzen. Diese Arbeiten werden anfangen sobald die nötigen Genehmigungen vorhanden sind.
Um eine stärkere Rotation der Parkplätze außerhalb der Parkhäuser zu erreichen, muss das Kurzzeitparken gefordert werden. In diesem Bereich wurden bereits mehrere Maßnahmen umgesetzt, wie unter anderem die Preisgestaltung der Parkhäuser sowie das Festsetzen von Zeitzonen in den Wohnvierteln.
Diese neue Aufteilung des urbanen Raums kommt langfristig auch dem Einzelhandel der Innenstadt zugute. Es ist klar, dass Einwohner und Besucher der Hauptstadt ein Stadtzentrum und deren Geschäfte bevorzugen, die einen fußgängerfreundlichen Stadtkern anbieten, in dem man geschützt vor Verkehr und Abgasen die Geschäftsstraßen entlang „flanieren“ kann. Dies ist nicht nur in manchen Nachbarstädten der Großregion der Fall, sondern auch in, wo nach diesem Prinzip das Zentrum der sanften Mobilität und dem Einzelhandel vorbehalten ist sind und dessen Erfolg unbestritten ist.
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